Hardfacts

Inhaltstoffe der Zigarette

Seit Jahrzehnten mischen Zigaretttenhersteller bewusst chemische Zusatzstoffe in den Rohtabak.

Die Zigarettenhersteller mischen, laut Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), seit Jahrzehnten bewusst chemische Zusatzstoffe in den Rohtabak. Von denen sind rund 200 giftig und ca. 70 krebserregend. Das Ziel der Tabakindustrie sei klar, so Martina Pötschke-Langer von DKFZ: „Die Abhängigkeit möglichst schnell mit nur wenigen Zigaretten zu erreichen und die Sucht dauerhaft aufrechtzuerhalten.”



Hier eine Übersicht bekannter chemischer Substanzen in der Zigarette, deren Auswirkungen, und wo sie sonst noch angewendet werden.


Nikotin:

Diese Substanz ist der bekannteste Inhaltsstoff des Tabaks selbst und tritt als Giftstoff in jeder Tabakpflanze auf.

Nikotin bildet im Zigarettenrauch den Hauptwirkstoff und ist gleichzeitig eines der stärksten Gifte überhaupt. Bereits eine 60 Milligramm-Dosis ist für einen Erwachsenen tödlich. Bei Kleinkindern reicht eine verschluckte Zigarette. Bei 20 Zigaretten mit je 10 Zügen pro Tag wird das Gehirn 73.000 mal im Jahr mit Nikotin überflutet. Durch sein hohes Suchtpotenzial macht inhaliertes Nikotin aber auch schon in viel geringeren Mengen sehr schnell abhängig. Bereits nach dem ersten Zug an der Zigarette belastet es den Körper, indem es das Herz schneller schlagen lässt. Als Folge davon steigt der Blutdruck. Eine Überdosis Nikotin löst Krämpfe aus und lähmt das Atemzentrum im Gehirn.



Kohlenstoffmonoxid, Kohlendioxid:

Diese Gasverbindungen bringt eigentlich jeder mit Kraftfahrzeug- und Industrieabgasen in Verbindung.

Kohlenmonoxid ist sehr giftig und entsteht auch beim Verbrennen von Tabak. Durch seine Gasstruktur kann es von keinem Zigarettenfilter zurückgehalten werden. Im Körper hemmt Kohlenmonoxid die Sauerstoffzufuhr zu den inneren Organen. Blutdruck und Pulsfrequenz von Rauchern erhöhen sich deshalb.

Langfristig kann Kohlenmonoxid die Blutgefäße schädigen und zu einer Verhärtung der Arterien führen. Dies ist möglicherweise einer der Gründe, warum Rauchen zu einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt. Die Kohlenmonoxid-Konzentration im Zigarettenrauch kann bis zu tausendmal höher sein als die maximal zulässige Konzentration am Arbeitsplatz.

Das ebenfalls giftige Kohlendioxid kennst du vielleicht aus der Diskussion um seinen Beitrag zur Treibhauseffekt. Der Gasanteil des Tababrauchs besteht zu 10 bis 15 Prozent aus dieser Substanz. Ab etwa 5 Prozent Kohlendioxid in der eingeatmeten Luft treten Kopfscherzen und Schwindel auf. Eine Konzentration von 8 Prozent und mehr führt innerhalb von 30 bis 60 Minuten zum Tod durch Atemstillstand.

Weitere Vorkommen: Auspuffgase



Teer:

Diese Substanz ist ein zähflüssiges, scharzbraunes Kohlenwasserstoffgemisch. Sie ist wohl jedem als typischer Straßenbelag bekannt.

Teer ist nachweislich krebserregend und entsteht als Rückstandsprodukt bei Verbrennungsprozessen wie dem Rauchen. Wenn man täglich eine Schachtel Zigaretten inhaliert, nimmt die Lunge in einem Jahr circa eine Tasse Teer auf. Die zähflüssige Substanz verklebt dann die reinigenden Flimmerhärchen in den Atemwegen und der Lunge. Die Folge ist, dass der eingeatmete Staub nicht mehr nach draußen gehustet werden kann und so die Lungentätigkeit belastet wird.

Weitere Vorkommen: Straßenbelag



Arsen, Blausäure:

Arsen entsteht beim Abbrennen der Zigarette, schädigt unter anderem den Energiestoffwechsel der Körperzellen und kann eine Vielzahl an Krebserkrankungen auslösen. Traurige Berühmtheit erlangte Arsen über viele Jahrhunderte als beliebtes Mordmittel.

Blausäure ist ein besonders giftiger Bestandteil des Zigarettenrauchs. Die eingeatmete Blausäure wird in Leber und Niere in sogenanntes Thiocyanat umgewandelt. Untersuchungen bestätigen, dass es bei Rauchern wegen diesem Stoff zu krankhaften Veränderungen der Schilddrüsen kommen kann.

Weitere Vorkommen: Schädlingsbekämpfungsmitteln, z.B Rattengift



Formaldehyd:

Formaldehyd ist ein stechend riechendes Gas und vermutlich krebserregend. Es entsteht beim Abbrennen der Zigarette aus dem zugesetzten Zucker im Tabak. Seine starke örtliche Reizwirkung in den Atemwegen und der Mundhöhle trägt entscheidend zu einer möglichen Krebsentstehung bei. Neuere Untersuchen weisen darauf hin, dass Formaldehyd auch Blutkrebs (Leukämie) verursachen kann.

Weitere Vorkommen: Desinfektionsmittel, Konservierungsmittel in der Möbelindustrie



Blei, Nickel, Zink:

Das Schwermetall Cadmium und alle seine Verbindungen sind für den Menschen besonders gefährlich. Es ist als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft. Cadmium wird mit dem Zigarettenrauch aufgenommen. Das Blut von Rauchern enthält drei- bis viermal soviel Cadmium wie das von Nichtrauchern. Aufgrund seiner langsamen Anreicherung in Leber, Niere und Lunge können organschädigende Konzentrationen im Körper erreicht werden.

Blei schädigt ebenfalls die Organe, die roten Blutkörperchen und auch noch das Nervensystem. Bei Kindern kann Blei zu Entwicklungsstörungen führen, die sich zum Beispiel in Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen äußern können.

Nickel kann unter anderem Allergien mit Entzündungen und Geschwulsten auslösen und die Empfindlichkeit gegenüber Atemwegsinfektionen erhöhen.

Zink ist zwar in geringen Mengen für viele Tiere, Pflanzen und den Menschen lebenswichtig, in größeren Dosen kann es aber eine Zinkvergiftung verursachen.

Weitere Vorkommen: Batterien, Metallindustrie



Polonium 210:

Diese Substanz ist radioaktiv. Das beim Zerfall von Uran entstehende Radon zerfällt unter anderem weiter zu Polonium 210.

Polonium 210 ist nachweislich krebserregend und löst hauptsächlich Lungenkrebs aus. In die Zigarette kommt es über die Tabakpflanze. Das Polonium 210 lagert sich zusammen mit Plutonium besonders gut an Staubkörnchen im Mikromillimeter-Bereich an, die durch die Luft schwirren. Solche Staubkörnchen kann die Tabakpflanze durch ihre speziellen Blatthaare sehr gut aus der Luft filtern.

Weitere Vorkommen: Radioaktive Substanzen



Ammoniak, Methanol, Benzol:

Diese Substanzen sind typische Bestandteile von Reinigungsmitteln, zum Beispiel WC-Reinigern, und alle drei krebserregend.

Ammoniak hat eine reizende Wirkung und ist deshalb ein gefährliches Augengift. Als Zusatzstoff im Tabak beschleunigt es die Aufnahme des Nikotins in den Blutkreislauf des Rauchers und damit die Abhängigkeitsentwicklung.

Methanol verbindet sich nach dem Einatmen in der Leber mit Sauerstoff und wird dann zu Formaldehyd. Dieser Stoff wird gerne zur Desinfektion und Imprägnierung gebraucht, zum Beispiel in der Möbelindustrie. Formaldehyd schädigt das zentrale Nervensystem sowie Nieren, Herz und Leber.

Benzol beeinträchtigt im Körper die Blut bildenden Organe und kann Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

Weitere Vorkommen: Düngemittel, Reinigungsmittel



Acrolein, Toluol:

Diese beiden Substanzen werden häufig als Lösungsmittel für Harze, Fette und Öle verwendet und sind auch in Nackellack-Entferner enthalten. Alle beide sind giftig.

Aceton ist eine farblose, leicht entflammbare Flüssigkeit mit süßlichem Geruch. Toluol ist ein aromatischer Kohlenwasserstoff und ein Ersatzlösungsmittel für das ähnliche, aber noch weitaus giftigere Benzol.

Aceton und Toluol entstehen beim Rauchen durch die unvollständige Verbrennung organischer Stoffe und können zu Gesundheitsschäden führen. Unter anderem sind Atemwegserkrankungen durch Reizungen der Bronchien sowie Schädigungen der Augenhornhaut, der Bauchspeicheldrüse und von Leber und Nieren möglich.

Weitere Vorkommen: Nagellack



Aromatische Amine:

Sogenannte aromatische Amine wie zum Beispiel Anilin sind flüssige Stoffe, die überall in unserer Umwelt Verwendung finden. Unter anderem sind sie Ausgangsprodukte zur Herstellung von Farben, Arzneistoffen, Kunstfasern oder Pflanzenschutzmitteln. Darüber hinaus werden aromatische Amine in nicht unerheblichen Mengen über den Rauch von Zigaretten freigesetzt.

Viele der aromatischen Amine sind als krebserzeugend eingestuft. Das genannte Anilin ist beispielsweise ein blutveränderndes Gift, das auch als krebserregend gilt.

Weitere Vorkommen: Farben, Arzneistoffen, Kunstfasern oder Pflanzenschutzmitteln.



Benzo[a]pyren:

Diese Substanz ist in ihrer ursprünglichen Form ein Feststoff. Benzo[a]pyren entsteht, wenn natürliche Stoffe nicht vollständig verbrennen.
Im Zusammenhang mit Zigaretten bildet sich Benzo[a]pyren während des Rauchens im Brennbereich des Tabaks bei einer Temperatur von circa 300 oC. Es steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und kann bei regelmäßiger Aufnahme zu Magenkrebs führen. Speziell im Zusammenhang mit dem Rauchen wird das Risiko, dass Zigarettenrauch Lungenkrebs verursacht, zu einem großen Teil auf Benzo[a]pyren zurückgeführt.

Weitere Vorkommen: Rauch von Auto- und Industrieabgasen; Holzkohle



Butan:

Butan gehört mit zu den Stoffen, die sehr wahrscheinlich krebserregend sind. Es entwickelt sich beim Verbrennungsprozess der Zigarette durch Zusatzstoffe, die den organischen Stoffen im Tabak beigemischt werden.

Weitere Vorkommen: Erdöl sowie Erdgas; Camping- und Feuerzeuggas.



Hydrazin:

Diese organische Verbindung ist ein giftiges Lösemittel. Man verwendet es unter anderem im Gemisch mit Salpetersäure, flüssigem Sauerstoff und Wasserstoffperoxid zur Herstellung von Raketentreibstoffen.
Die farblose Flüssigkeit in öliger Form findet sich als winzige Tröpfchen auch im Zigarettenrauch. Im Tierversuch hat Hydrazin nachweislich Krebs ausgelöst.

Weitere Vorkommen: Raketentreibstoff



Methylisocyanat:

Diese flüchtige, farblose Flüssigkeit zeichnet sich durch einen stechenden Geruch aus.
Methylisocyanat ist stark ätzend. Es entsteht nach dem Anzünden der Zigarette beim Verbrennen des Tabaks. Makabre Berühmtheit erlangte der Stoff als „Bhopal-Gas“. 1984 kam es im indischen Bhopal zu einem riesigen Chemieunfall, als aus einer Fabrik 40 Tonnen Methylisocyanat entwichen. Der Vorfall forderte bis heute mindestens 20.000 Todesopfer. Methylisocyanat verätzt unter anderem die Schleimhäute, Augen und Lungen. Bei Bhopal-Opfern wurden aber auch schwere Verätzungen der inneren Organe festgestellt.

Weitere Vorkommen: Insektengift



Naphthalin:

Diese Substanz ist ein sogenannter aromatischer Kohlenwasserstoff (besteht nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff) und riecht deutlich nach Teer.
Naphthalin ist gesundheits- und umweltschädlich sowie vermutlich krebserregend. Es entsteht bei der Verbrennung von Tabak. Nach dem Einatmen kann es zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und sogar Verwirrtheitszuständen führen. Schädigungen der Augenhornhaut, der Leber und der Nieren sind möglich. Außerdem greift es auch die roten Blutkörperchen an.

Weitere Vorkommen: Mottenkugeln, Holzschutzmittel



Nitrobenzol, Nitromethan, Nitropyren

Diese flüssigen Substanzen sind Nitroverbindungen, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Alle drei gehen unter anderem aus zugesetzten Nitraten hervor, die von der Tabakpflanze als Nährstoff aus dem Boden oder aus Dünger aufgenommen werden. Nitrate sind wiederum die Vorstufen des gesundheitsschädlichen Ammoniak.

Für noch höhere Nitratwerte sorgen außerdem die Zigarettenhersteller, indem sie sogenannten “reconstituted tobacco” verwenden. Dieser “tobacco” ist ein nitratreiches Zusatzprodukt, das aus Tabakstaub, Blattrippen und Blattstielen besteht und bis zu 30 Prozent der Zigarettenfüllung betragen kann. All dies führt dazu, dass beim Abbrennen der Zigarette entsprechend viel Nitrobenzol, Nitromethan und Nitropyren entstehen.

Weitere Vorkommen: Dieselmotor-Abgase, Motorentreibstoff



Nitrosamine:

Diese Substanzen sind sogenannte Stickstoffoxidgemische, die aus Nitrit und Aminen entstehen.
Tabakspezifische Nitrosamine bilden sich beim Verbrennen des Tabaks in der Zigarette. Sie können unter anderem aus Farbstoffen hervorgehen, die laut Tabakprodukt-Verordnung zugelassen sind. Nitrosamine sind hochgiftig und einer der am stärksten krebserregenden Stoffe überhaupt. Bei den mit Tabakrauchen in Zusammenhang gebrachten Krebserkrankungen der Mundhöhle, des Kehlkopfs, der Lunge, der Speiseröhre und der Bauchspeicheldrüse spielen auch Nitrosamine eine entscheidende Rolle.



Phenole:

Diese Substanzen sind sogenannte aromatischen Verbindungen, also Stoffe, die oft schon bei Zimmertemperatur gasförmig werden.
Phenole sind für ihre ätzenden und tumorprovozierenden Eigenschaften bekannt. Bisher sind ungefähr 200 Phenole erfasst. Im Tabak entstehen sie beim Verbrennen von beigefügten Zusatzstoffen. Der chemische Stoff Phenol selbst ist krebserzeugend.

Weitere Vorkommen: Schädlingsbekämpfungsmittel



Schwefelsäure:

Diese Substanz ist eine der wichtigsten Chemikalien in der chemischen Industrie. Sie wird als Ausgangsstoff zahlreicher chemischer Produkte eingesetzt, wie zum Beispiel modifizierter Stärke.

Schwefelsäure entsteht nach dem Anzünden der Zigarette im Rauch. In entsprechender Dosierung verursacht sie schwere Verätzungen.



Stickoxide:

Diese Substanzen sind ein wichtiges Oxidationsmittel, zum Beispiel zur Gewinnung von Salpetersäure.
Stickoxide befinden sich im Rauch jeder Zigarette. Sie gehören zu den reizauslösenden Substanzen, die zum Beispiel Bronchitis verursachen können.

Weitere Vorkommen: Lachgas




Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Rahmen der “rauchfrei”- Kampagne”. www.bzga.de, www.rauch-frei.info/de



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